
Erst außerhalb der Vollzugsmauern zeigt sich der Erfolg des Trainingsprogramms. Die erste Zeit nach der Haft ist schwer und die Risiken, die nach der Entlassung auf die Jugendlichen warten, sind groß: Alte Cliquenstrukturen, Versuchungen und Anforderungen, die sie schnell überfordern können. Die Trainer/innen von Violence Prevention Network sind auch nach der Entlassung für sechs bis max. zwölf Monate für die Jugendlichen da. Sie stehen in dieser Zeit in regelmäßigem Kontakt mit ihnen, suchen sie vor Ort auf, sind bei akuten Problemen rund um die Uhr zu erreichen und bieten konkrete Unterstützung bei der Neuorientierung. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz ein. Nicht selten ist diese Phase mit Misserfolgen und Frustrationen verbunden, die die Jugendlichen verkraften müssen. In dieser schwierigen Situation ist die Versuchung, sich der vertrauten Szene erneut anzuschließen, groß. Die Trainer/ innen unterstützen sie dabei, Distanz zu bewahren und in Konfliktsituationen die Selbstkontrolle zu behalten. Angehörige und Familie, aber auch Freunde und Bekannte werden zur Unterstützung herangezogen, lokale Netzwerke aktiviert und Kontakte zur Jugendhilfe angebahnt.